
Der Haushalt der Gemeinde Hüttenberg des laufenden Jahres zeigte in der Saldierung von Einnahmen und Ausgaben zunächst einen Fehlbetrag von rund 2,4 Mio. €. Es gibt dafür eine Reihe von Gründen: Zum einen muss die Gemeinde allen vertraglichen Pflichten zum Beispiel den vereinbarten Personalkostenzahlungen an Ihre Mitarbeiter ohne Einschränkungen nachkommen (4,2 Mio €). Zum anderen hat die Gemeinde in der Vergangenheit eine Infrastruktur geschaffen, die erhebliche, jährlich wiederkehrende Kosten verursacht. Beispielhaft seien hier die Kindertagesstätten, die Bürgerhäuser, die Sportstätten und das Hallenbad zu nennen. Diese Einrichtungen einfach zu schließen wäre eine Möglichkeit den Haushalt auszu- gleichen, jedoch, wer kann und will das guten Gewissens vertreten? Ein weiterer Punkt wurde den Gemeinden durch die Landesgesetzgebung auferlegt: Die Umstellung der bisherigen kameralen Buchführung auf die sog. Doppik, (Doppelte Buchführung in Konten). Diese Umstellung zwingt die Gemeinden seit letztem Jahr, alle Vermögenswerte in einer Eröffnungsbilanz zu erfassen und deren Werteverzehr dann entsprechend Ihrer Restlaufzeit im Haushalt der Gemeinde zu buchen. Die Summe dieser Abschreibungen beträgt im Haushalt 2010 über 1,3 Mio. Euro!
Unbestritten haben sich alle politisch Verantwortlichen intensiv mit der Frage beschäftigt, wie ein ausgeglichener Haushalt hinzubekommen wäre, ohne die in vielen Jahren aufgebaute wertvolle Infrastruktur schlicht und einfach stillzulegen. In stundenlangen, aufreibenden Sitzungen haben sich Ausschüsse, Fraktionen und alle gemeindlichen Gremien über nahezu jede noch so kleine Ausgabenposition und die Frage ihrer Notwendigkeit auseinandergesetzt. Das Gesamtergebnis dieser aufwendigen Arbeit ist durchaus vorzeigbar, jedoch kann sich jeder Bürger vorstellen, wie viele Posten von 500,– bis 2.000,– Euro gestrichen werden müssten, um die oben dargestellten großen Summen zu erreichen. Realistisch betrachtet ein unmögliches Unterfangen! Die Besonderheit Hüttenberg als Flächengemeinde mit 6 Ortsteilen sollte hier nicht unerwähnt bleiben. Jeder Ortsteil hat in der Vergangenheit zum Beispiel für sich beansprucht, ein eigenes Bürgerhaus oder Mehrzweckgebäude zu haben.
Offenbar sind die Mittel, die der Gemeinde zur Deckung Ihrer Aufgaben zur Verfügung stehen, bei Weitem nicht mehr ausreichend. Anteile an der Einkommensteuer werden geringer, Schlüsselzuweisungen werden gekürzt und die Aufgaben, die auf die Gemeinden von Kreis und Land übertragen werden, nehmen immer mehr zu. Betrachtet man aber die Haushalte vom Lahn-Dill-Kreis und des Landes, so scheint die Hoffnung auf vermehrten Geldzufluss aus diesen Quellen eher als Illusion. Bleibt die Frage nach kreativen Ideen zur Reduzierung der oben genannten Kosten. Die müssen nach Überzeugung aller, die an einer Fortsetzung von Sport, Kultur und Kinderbetreuung in Hüttenberg Interesse haben, mithelfen diese Quadratur des Kreises hinzubekommen. Eine neue, möglicherweise genossenschaftlich organisierte Trägerschaft für das Hallenbad, Betreuung der Bürgerhäuser und Sporthallen durch Ehrenamtliche aus den nutzenden Vereinen, neue Energiekonzepte für die gemeindlichen Gebäude usw… Es können hier nicht genug Ideen und Vorschläge dargestellt werden, sie sind jedoch von allen Seiten dringend gefragt und jederzeit herzlich willkommen. Die Freien Wähler, die sich ausschließlich dem Wohl der Bürger der Gemeinde Hüttenberg verpflichtet fühlen, haben in der Vergangenheit und wollen auch in Zukunft Ihren Beitrag dazu leisten, in allen Ortsteilen die Rahmenbedingungen zu erhalten, damit Kultur, Sport und das Miteinander auch weiterhin unter guten sachlichen Voraussetzungen stattfinden kann.